Holzbrandkeramik

 

Das Brennen von Keramik ist ein aufregender Vorgang. Sobald die Tonmasse der Hitze ausgesetzt wird, erlebt sie chemische sowie physikalische Veränderungen. Dieses Ereignis hat seinen Höhepunkt in der Verglasung, dem Sintern der Tonmasse und dem Ausschmelzen der Glasur, was Härte und Dauerhaftigkeit verleiht.

Im Gegensatz zu Bränden im Elektro- oder Gasofen wird der große Brennofen der Offenen Werkstatt, Bad Dürkheim mit Holz gefeuert. Die offene Flamme zirkuliert durch die Ofenkammer ('überschlagend') und entweicht über einen Abzugskanal durch den vom Kamin verursachten Luftzug. Dabei trägt die Flamme Aschepartikel mit sich, die mit steigender Temperatur an den am Tag zuvor eingesetzten, inzwischen glühenden Exponaten haften. Diese Asche schmilzt bei großer Hitze und 'glasiert' das Werkstück. Der ca. 20 Stunden dauernde Brand steht ständig unter Aufsicht. Dabei werden Temperaturanstieg und Witterungsverhältnisse beobachtet, Holz muß in angemessenem Maße aufgelegt werden und der Brennverlauf wird analysiert und beeinflusst.

 

 

Holzbrandkeramik hat immer etwas Zufälliges - man kann im Voraus nie genau sagen, wie die Oberfläche eines Stück aussehen wird, da der Ascheanflug selbst glasierte Teile stark verändert. Anhand von vorher angefertigten Glasurproben lässt sich jedoch das Ergebnis 'erahnen'. Neben der Glasur, die auch für den Elektro- und Gasbrand aufgetragen wird, können beim Holzbrand die charakteristische Braunfärbung und der Ascheanflug bewusst als Gestaltungsmittel eingesetzt werden, was diese Brenntechnik so reizvoll macht.

 

 

Vor dem Brand - nach dem Brand

 

Der letzte Holzofenbrand fand am Sa., 8. Juni 2002 in der Offenen Werkstatt, Römerstr. 20, 67098 Bad Dürkheim statt. Weiteren Seiten zeigen Impressionen des Brandes.

Die Einführungsrede, die ich zur Eröffnung der Ausstellung von Holzbrandkeramik im Eichhaus, Bad Dürkheim, am 29.5.2003 gehalten habe, können Sie als pdf-file downloaden. Titel: "Holzbrandkeramik - Das Feuer als gestaltendes Element im Brennprozess."

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Zuletzt geändert am 14.02.2005