Georg Peez & Michael Schacht: Gestaltungshinweise zur Arbeit mit Autorenprogrammen und HTML-Editoren

Bildschirmdarstellung von Schriftarten
Bildschirmhintergrund
Buttons, Icons und Schaltflächen
Grafiken für das Internet

Bildschirmhintergrund


Den Bildschirmhintergründen kommt innerhalb multimedialer Präsentationen eine große Bedeutung zu: Vor welchen Hintergründen werden die Inhalte dargestellt? Muss der Hintergrund eines Videos immer schwarz sein?
Der Bildschirmhintergrund sollte bestimmte Bedingungen erfüllen:
Er sollte in der Regel von den eigentlichen Präsentationselementen nicht ablenken; es sei denn, dies ist bewusst so beabsichtigt.
Er sollte unter Text stark zurücktreten, um die Lesbarkeit zu gewährleisten. Ein hellblauer Hintergrund ist hier im Allgemeinen zweckdienlicher als ein roter, der sich "nach vorne drängt". Allerdings ist hierbei auf eine passende Schriftfarbe zu achten.
Eine unterschwellige leicht gekörnte Struktur kann beim Lesen von Text durchaus als angenehm empfunden werden, weil sich das Auge hieran “festhalten” kann. Beispielhaft hierfür wäre ein gelblicher heller Ton, der fein strukturiert ist; ähnlich einem Büttenpapier. Hierfür stellen Bildbearbeitungsprogramme in der Regel eine Reihe an Variationsmöglichkeiten zur Verfügung. Gleichfalls gibt es spezielle Software, die Hintergründe generiert.
Text mit unscharfen Gründen zu hinterlegen, sollte man vermeiden, weil sich das Auge vergeblich zu fokussieren bemüht. Rezipierende werden hierdurch vom Lesen abgelenkt.


Werden Bilder oder Videos eingebaut, dann empfiehlt sich häufig ein dunkler Untergrund, so dass die Farben der Bilder besser leuchten und somit klarer zur Geltung kommen (Abb.). Auch hier gilt: Warme, dunkle Farbtöne drängen nach vorne, das Video vermittelt dann das Gefühl, als blicke man in die Tiefe, evtl. in einen Raum hinein. Bei einer kühlen Umgebung erweckt das Video oder das Bild den Eindruck, nahe am Auge der betrachtenden Person zu sein.
Der Bildschirmhintergrund sollte thematisch zu den präsentierten Inhalten passen. Dies kann sich in Farbe, Formenwahl und -vielfalt manifestieren.
Zwar bieten die Assistenten der Multimedia-Editor-Programme, der HTML-Editoren sowie die Schreibtischhintergrundfunktion des eigenen Betriebssystems bereits eine Auswahl an fertigen Hintergründen, und im WWW lassen sich von allen Sites problemlos Hintergründe herunterladen/kopieren, doch können solche Gründe selbstverständlich auch nach eigenen Vorlagen wie Scans oder Digitalfotos erstellt werden. Für die eigene individuelle Gestaltung eines (Monitor-) Hintergrunds empfehlen sich folgende Schritte:
Ausgangsmaterial kann ein großflächiges, zum Thema passendes Muster sein, etwa ein Foto oder ein Scan von Rasen oder Erde.
Der Hintergrund kann z. B. aus mehreren Inhalten der Präsentation wie eine Collage zusammengesetzt werden.
Mit Hilfe der Bildbearbeitungsfunktion “Rauschen” wird eine körnige, gleichmäßige Strukturierung erzielt.
Durch den “Weichzeichner” geht die Härte der Ränder und der dunklen Flächen etwas verloren.
Das Motiv lässt sich daraufhin als 3D-Relief stanzen.
Zum Schluss wird die Farbigkeit des Bildes den eigenen Vorstellungen angepasst, etwa mithilfe der Gradiationskurven.
Bei geschickter Auswahl des Motivs in Bezug auf die Übergänge an den Kanten kann die “Kacheln”-Funktion genutzt werden, um mit einer möglichst kleinen Grafikdatei einen vollständigen Hintergrund zu erzeugen. Doch gerade auch die "ungeschickte" Auswahl kann interessante Effekte hervorbringen, wenn die aneinanderstoßenden Kanten zu neuen Mustern führen.

Literatur
Loviscach, Jörn: Klick-Collage. Gestalten für Multimedia. In: c‘t Heft 19, 2000, S. 202-211


Bibliografische Angaben zu diesem Text:

Michael Schacht / Peez, Georg: Gestaltungshinweise zur Arbeit mit Autorenprogrammen und HTML-Editoren: Bildschirmhintergrund


Michael Schacht (http://www.michaelschacht.de) & Georg Peez (http://www.georgpeez.de) Zuletzt geändert am 28.08.2001