Georg Peez & Michael Schacht: Gestaltungshinweise zur Arbeit mit Autorenprogrammen und HTML-Editoren

Bildschirmdarstellung von Schriftarten
Bildschirmhintergrund
Buttons, Icons und Schaltflächen
Grafiken für das Internet

Bildschirmdarstellung von Schriftarten

Als Kriterium für die Schriftgestaltung und die Auswahl der Schrifttypen innerhalb multimedialer Präsentationen sollte in erster Linie eine gute Lesbarkeit angestrebt werden. Weil Textpassagen in den Präsentationen in dynamische, interaktiv zu rezipierende Zusammenhänge eingebunden sind, ist der Darstellung der Schrift auf dem Bildschirm besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Gerade z. B. bei animierten bzw. sich über den Bildschirm bewegenden Überschriften sollte eine deutlich lesbare Schriftart gewählt werden. Denn Text in dieser Präsentationsform ist weniger dafür bestimmt, ausgedruckt als vielmehr nur am Bildschirm gelesen zu werden. Im Vergleich zum Druck wird Schrift gerade auf älteren sowie kleineren Monitoren (14-15") in einer schlechteren, d.h. groberen Auflösung dargestellt.
Bei der Auswahl der Schriftgröße für Fließtext empfiehlt sich ein Schriftgrad von 12 Punkten als untere Grenze.
Wegen der im Vergleich zum Druck groberen Bildschirmdarstellung sollte man mit kursivem Schriftstil und geneigten Schriften grundsätzlich sparsam umgehen.
Für Fließtext kann man bestimmte Buchstaben bzw. Zahlen auf deren Ähnlichkeiten hin testen. Ein Beispiel: Eine Schriftart, bei der sich das große “I” (i) vom kleinen “l” (L) unterscheidet, ist ebenso wichtig wie der Vergleich des kleinen “i” mit der Ziffer “1”.

Abb.: Serifenschriften, wie "Times", "Garamond", aber auch "Bondoni" "verklumpen" in der Bildschirmdarstellung leicht bei geringer Schriftgröße. "Verdana" eignet sich hingegen sehr gut für Schrift auf dem Monitor.


Serifenschriften, wie “Times”, “ Garamond”, aber auch “Bondoni” (Abb.), haben die Tendenz, bei der Monitordarstellung "zu verklumpen". Man sollte sie nur verwenden, wenn auf dem Bildschirm eine Kantenglättung (Anti-Aliasing) stattfindet Hierunter versteht man das Filtern eines Bitmap-Bildes oder Schriften, um Zacken in Objekträndern zu entfernen. Durch Anti-Aliasing werden Ausgleichspixel mit Zwischenfarben oder Abstufungen von Grau eingefügt, so dass Farbübergänge geglättet werden.
Für eine optimale Lesbarkeit kann zudem hilfreich sein, eine Schriftart zu verwenden, die eine relativ große Mittelhöhe und verhältnismäßig kleine Ober- und Unterlängen bietet, wie etwa “Verdana” (Abb.). Meist nimmt die Darstellung eines Textes in einem solchen Font dann allerdings mehr Platz auf dem Bildschirm ein. Die Textblöcke werden größer, für die grafischen Anteile wie Bilder bleibt weniger Raum.
Für multimediale Präsentationen, die in HTML generiert werden, auf der Darstellung durch den Browser basieren und im Internet präsentiert werden sollen, gilt selbstverständlich, nur die Schriftarten zu verwenden, die auch von älteren Browsern unterstützt werden; dies sind mit Sicherheit “Times New Roman”, “Arial" und “Courier”. Ansonsten muß man damit rechnen, dass die verwendete Schrift durch eine dem Browser bekannte Schriftart ersetzt wird und das Erscheinungsbild komplett verändert wird. Für die Darstellung von Internetseiten mittels Plug-Ins wie Macromedia Shockwave oder Flash gilt dies nicht. Hier ist die Auswahl an Schriften sehr umfassend.
Weitere allgemeine typografische Regeln und Hinweise finden sich unter http://www.janaszek.de/t/typograph-online.htm, von Ralf Janaszek zusammengestellt und als Hypertext aufbereitet, sowie in: Peez, Georg: Gestaltungshinweise und Grundlagen für die Arbeit mit Textverarbeitungs- und Desktop-Publishing-Programmen. In: Kirschenmann, Johannes / Peez, Georg (Hg.): Chancen und Grenzen der Neuen Medien im Kunstunterricht, Hannover (BDK-Verlag) 1998, S. 84-86.


Bibliografische Angaben zu diesem Text:

Michael Schacht / Peez, Georg: Bildschirmdarstellung von Schriftarten. In: Kunst + Unterricht 257 / 2001


Michael Schacht (http://www.michaelschacht.de) & Georg Peez (http://www.georgpeez.de) Zuletzt geändert am 28.08.2001